Lichtblick mit Schatten bei Pkw-Neuzulassungen: „Brauchen Plus in jedem kommenden Monat“

Stuttgart. Einen Lichtblick mit Schatten gibt es bei den Pkw-Neuzulassungen Baden-Württembergs im September. Denn trotz der Steigerung um 8,9 Prozent auf 39.296 (Vorjahresmonat: 36.080) neue Pkw bleiben die Auto-Experten vorsichtig. Es müsse berücksichtigt werden, dass der September 2019 aufgrund eines Sondereffekts – die zweite Phase der WLTP-Einführung – ein vergleichsweise niedriges Niveau aufgewiesen hatte, sagte Michael Ziegler, Präsident des Verbands des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg, zu den aktuellen KBA-Länderstatistiken. „Aus damaliger Sicht konnte es nur besser werden. Und dies gilt aus jetziger Sicht auch wieder. Wir müssen aus dem aktuellen Jahr das Maximum herausholen. Wir brauchen ein Plus in jedem kommenden Monat. Fahrzeugzulassungen müssen in den Zulassungsstellen daher bis 31. Dezember dieses Jahres möglich sein.“

Die Waage in der jüngsten Monatsbilanz bewege sich bei den prozentualen Veränderungen derzeit dank starker staatlicher Förderung in Richtung alternative Antriebe. Bei den Kunden stünden nach absoluten Zahlen allerdings neue Pkw mit Verbrennungsmotoren auf der Pole Position. 16.486 (Vorjahr: 19.833) Benziner und 10.503 (Vorjahr: 11.657) Diesel seien erstmals zugelassen worden.

Dem stünden 12.307 Neuwagen mit alternativen Antrieben – eingerechnet jeweils knapp 100 gasbetriebene (CNG und LPG) –  gegenüber. Bei diesen sei eine Steigerung um 168,2 Prozent verzeichnet worden. 3.583 (Vorjahr: 1.059) reine batteriebetriebene neue Pkw und 3.778 (Vorjahr: 594) Plug-in-Hybride seien im Segment der elektrifizierten Pkw angesiedelt gewesen, die aktuell gefördert werden können. Insgesamt beinhalte die Bilanz für September 8.533 Hybride (Vorjahr: 3.414) sowie 191 (Vorjahr: 115) gasbetriebene Neuwagen.

Die Jahreszwischenbilanz weise den Angaben Zieglers zufolge einen Rückgang von 25,1 Prozent auf 295.170 (Vorjahr: 394.240) Pkw-Erstzulassungen aus. Dieser Rückgang sei auch in den verbleiben drei Monaten des Autojahres 2020 nicht mehr aufzuholen, denn das Auftragsminus liege kumulativ bei fast 20 Prozent. 

Öffnung von Zulassungsstellen ‚zwischen den Jahren‘ unerlässlich

Ziegler sagte abschließend, vor dem Hintergrund stark steigender Corona-Infektionen müsse alles getan werden, einen erneuten Lockdown zu verhindern. Im Gegenteil: Die Kfz-Betriebe müssten bis Ende des Jahres so viel Fahrzeuge wie möglich an den Kunden bringen und zulassen können. „Unsere Betriebe haben zum großen Teil immer noch erhebliche Probleme mit der Terminhandhabung durch die Zulassungsstellen. Jetzt steht die Weihnachtszeit vor der Tür, doch der Kfz-Handel kann sich keine zusätzliche Zulassungspause zwischen den Jahren leisten. Ich appelliere daher an Kommunen und Landratsämter, Lösungen für eine Öffnung der Zulassungsstellen zu erarbeiten. Für die Händler zählt jedes in diesem Jahr zugelassene Fahrzeug. Erst dann fließt Geld durch die Kunden, die kurz vor knapp in größerer Zahl in den Autohäusern erwartet werden, weil sie noch von der nur bis Ende des Jahres geltenden Mehrwertsteuersenkung profitieren und ein Auto zulassen wollen.“