Gebrauchtwagenmarkt: Die Abwärtsspirale dreht sich weiter

Stuttgart. Auch der Juli 2022 sorgte auf dem baden-württembergischen Gebrauchtwagenmarkt nicht für eine konjunkturelle Entspannung.  Mit nur 65.025 Besitzumschreibungen lag der Monat 24,3 Prozent unter dem Vorjahresmonat und 28,3 Prozent unter „dem letzten Normaljahr“ 2019. Michael Ziegler, Präsident des Baden-Württembergischen Kraftfahrzeuggewerbes, sagte: „Inzwischen fehlt ein Fünftel des Marktes. Wir haben keine Hoffnung auf kurzfristige Besserung, denn der Nachschub aus dem Neuwagenmarkt ist und bleibt zu gering. Die Spirale dreht sich immer weiter nach unten.“ Dabei reihe sich der Juli immerhin noch als drittbester Monat des Jahres 2022 hinter Mai und März ein. Dies dokumentiere die Schwäche des Gebrauchtwagenmarktes, der in der Zwischenbilanz mit 449.335 (Vorjahr: 534.760, 2019: 576.001) Halterwechseln ein Minus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr (22 Prozent gegenüber 2019) ausweise.

Das Monatsergebnis zeige für den Juli das gleiche Bild wie im Juni: Stromer (BEV) seien mit plus 17,5 und 784 (Vorjahr: 667, 2019: 202) Halterwechseln auf der Habenseite zu verbuchen. Auch die Zahl der Besitzumschreibungen von Plug-in-Hybride (PHEV) sei um 16,5 Prozent auf 837 (Vorjahr: 718, 2019: 170) gestiegen. Benziner lägen hingegen mit 40.268 (Vorjahr: 53.488, 2019: 58.536) Besitzumschreibungen 24,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Diesel stünden mit 20.189 (Vorjahr: 27.796, 2019: 30.522) Umschreibungen mit minus 27,4 Prozent in der Statistik des Kraftfahrtbundesamtes (KBA). Weiter gebe es 2.478 (Vorjahr: 2.603, 2019: 762) Hybride und 465 (Vorjahr: 570, 2019: 627) gasbetriebene Gebrauchtwagen.

Im Juli seien die Preise für Gebrauchtwagen erstmals seit zwei Jahren etwas zurückgegangen, wenn auch nur um 0,2 Prozent. Die Mehrheit der Händler kauften vermehrt ältere Fahrzeuge oder suchten im Ausland nach passenden Gebrauchtwagen, vor allem nach jungen Gebrauchten. Die Situation sei und bleibe äußerst angespannt.