Gebrauchte Pkw werden im Südwesten Vorjahrszahl verpassen

Stuttgart. Der Gebrauchtwagenmarkt Baden-Württembergs wird das Autojahr 2020 mit einem deutlichen Minus abschließen. Das Jahresziel knapp unter dem Vorjahresniveau wird man verpassen, auch weil der zweite Lockdown seit 16. Dezember die Marktdynamik deutlich hemmt. 1,2 Prozent Plus im November auf 80.957 (Vorjahr: 79.971) Halterwechsel seien dennoch ein positives Signal, sagte Michael Ziegler, Präsident des Verbands des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg, zur KBA-Länderstatistik. „Immerhin wird das Defizit nicht so groß wie beim Neuwagengeschäft ausfallen, das zeigt gerade im Kontext der Corona-Krise die Bedeutung des Gebrauchtfahrzeugmarkts mit erschwinglichen Autos für die Mehrheit der Autokäufer.“

Im November seien gebrauchte Benziner und Diesel auf Vorjahresniveau verkauft worden. Dies seien 54.371 (Vorjahr: 54.365) Benziner und 23.742 (Vorjahr: 23.883) Diesel gewesen. Die Monatsbilanz werde komplettiert von 2.834 (Vorjahr: 1.714) Gebrauchtwagen mit alternativen Antrieben, darunter 328 (Vorjahr: 163) reine batteriebetriebene Wagen und 352 (Vorjahr: 173) Plug-in-Hybride. Die Elf-Monats-Bilanz weise noch einen Rückgang von 3,8 (Vormonat: 4,3) Prozent aus. Dies sind nach Zieglers Angaben 868.529 (Vorjahr: 903.300) Besitzumschreibungen.

„Die stabile Nachfrage auf dem Verbrennersektor und die noch geringe Anzahl gebrauchter E-Autos zeigen, dass wir nicht einfach den Schalter auf ‚Elektro‘ stellen können“, so Michael Ziegler. „Der Fahrzeugbestand setzt sich größtenteils noch aus vielen Millionen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor zusammen. Der Gebrauchtmarkt stellt zwei Drittel des gesamten Pkw-Verkaufs dar und sorgt in großem Maß für eine konstante Erneuerung des Bestands. Moderne Verbrennungsmotoren tragen so einen großen Teil zum Klimaschutz bei, ergänzt um E-Autos und andere alternative Antriebskonzepte, denen man noch Entwicklungszeit geben muss. Bis Letztere in der Fläche angekommen sind, dauert es noch.“

Zur Lage im Gebrauchtwagenmarkt sagte Ziegler abschließend, für den Automobilhandel habe sich die gute Nachfrage als wichtige Ertragssäule im ansonsten schwierigen Corona-Jahr entwickelt. Die anfängliche Unsicherheit bezüglich Kaufkraft und weiterer Entwicklung ab der Jahresmitte habe sich in verhältnismäßig gute Verkaufszahlen gewandelt. Oftmals hätte man sogar noch mehr Gebrauchtwagen verkaufen können, wenn genügend Ware vorhanden gewesen wäre. Dies betreffe vor allem junge Gebrauchte als Alternative zum Neuwagen.