Elektroprämie als Appetizer: Rekordmarke in Baden-Württemberg

Stuttgart. Neue Rekordmarke für die Elektroprämie im Südwesten. Im September stieg die Zahl der Anträge beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) auf 4.329 (Vormonat: 3.549). Dies ist ein Plus von 22 Prozent. Bundesweit registrierte das BAFA 27.436 Fördergeldanträge, eine Zunahme zum Vormonat um 23,6 Prozent. Michael Ziegler, Präsident des Verbands des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg, sagte zur neuen Statistik, das Interesse am bis zu 9.000 Euro hohen Umweltbonus alias Innovationsprämie sei aktuell ungebrochen hoch.

Im September seien 2.360 (Vormonat: 2.038) Prämien für rein batteriebetriebene Fahrzeuge (BEV) und 1.969 (Vormonat: 1.510) für Plug-in-Hybride (PHEV) beantragt worden. Insgesamt seien für den Südwesten seit Beginn der Förderung 45.483 Umweltboni bewilligt worden. Ziegler sagte, die Förderung, die auch Plug-in-Hybride begünstige, bei denen bis zu 6.750 Euro zugeschossen werden, beseitige Zweifel in Kundengruppen, die schon vorher Interesse hegten, aber skeptisch waren. „Angesichts der aktuellen Förderhöhe sind die steigenden Zahlen nicht überraschend. Wie nachhaltig der derzeitige Prämien-Boom wirkt, können wir natürlich erst später bewerten“, so Ziegler. „Vorerst sorgt er zumindest dafür, dass sich mehr Kunden mit elektrifizierter oder teilelektrifizierter Mobilität auseinandersetzen und sie ausprobieren. Die Innovationsprämie funktioniert als Appetizer.“

Ziegler verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass mit der verabschiedeten Reform des Wohnungseigentumsgesetzes sowohl Wohnungseigentümer als auch Mieter künftig leichter einen Rechtsanspruch auf den Einbau einer Ladeeinrichtung erhielten. Für bauliche Änderungen wie die Erstellung von Ladepunkten, insbesondere am eigenen Stellplatz, sei nun keine Einstimmigkeit anderer Eigentümer nötig, es reiche eine Mehrheit. Die Chancen auf ein Wachsen der privaten Ladeinfrastruktur seien nun größer, was sicher auch mehr Kunden ohne Wohneigentum zur Nutzung der Elektromobilität bewegen werde, so Michael Ziegler. „Eine gute private Ladeinfrastruktur ist von größter Bedeutung. Denn aktuellen Statistiken zufolge laden 89 Prozent der E-Fahrer den Akku in ihrem Zuhause oder am Arbeitsplatz.“