Autojahr 2019 in Baden-Württemberg sah neue Pkw auf der Überholspur

Stuttgart. Rasanter Jahresabschluss im baden-württembergischen Neuwagen-Markt: Plus 16,9 Prozent auf 39.504 (Vorjahr: 33.803) Neuzulassungen ist ein unerwartet starkes Dezemberergebnis. Lediglich zwei Monate im Autojahr 2019 waren "rot", die anderen zehn hatten zum Teil deutliche Steigerungen verbucht. Michael Ziegler, Präsident des Verbands des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg, zeigte sich mit der Jahresbilanz zufrieden. "Wir hätten uns allerdings eine stärkere private Nachfrage gewünscht."

Die Dezember-Bilanz weise nach den KBA-Länderstatistiken 22.536 (Vorjahr: 19.272) Benziner und 12.431 (Vorjahr: 12.174) Diesel sowie 4.533 (Vorjahr: 2.356) Erstzulassungen für Pkw mit alternativen Antrieben aus. Darunter seien 644 (Vorjahr: 654) Elektro-Pkw und 3.734 (Vorjahr: 1.609) Hybrid-Neuwagen.

Neuzulassungssteigerung auch Folge politischer Entscheidungen

Die Jahresbilanz für den baden-württembergischen Automarkt zeige mit 8,1 Prozent plus auf 518.851 Neuzulassungen das zweitbeste Jahresergebnis nach dem Jahr 2009 mit der Umweltprämie. Die Neuzulassungen auf Rekordniveau, so Ziegler, seien für den Automobilhandel schon deshalb bedeutsam, weil eine "schwierige Phase mit Sondereffekten durch die wenig kalkulierbare Zukunft der Elektromobilität" erwartet werde. Zugleich betonte er, dass die Steigerung bei den Neuzulassungen einerseits durch die Nachzieheffekte der WLTP-Problematik 2018 zustande gekommen sei - damals waren viele Modelle der Hersteller vorübergehend nicht bestellbar, weswegen Neuzulassungen einbrachen und so 2019 ein Anstieg zustande kam. Zudem sei in Baden-Württemberg aufgrund der Fahrverbotsproblematik ein Teil der Neuzulassungen auch politisch erzwungen worden. Das betreffe auch -- und aufgrund des gestiegenen Anteils besonders - die gewerblichen Zulassungen. Hier habe eine Flottenerneuerung von Unternehmen stattgefunden, darunter auch Mietwagenfirmen, die auf die Einhaltung von Flottenemissionswerten achten müssten.