Zweiter Branchentag Automobilhandel des baden-württembergischen Kraftfahrzeugewerbes

STUTTGART.  Die aktuellen Entwicklungen im Automobilhandel haben im Mittelpunkt des Zweiten Branchentages Automobilhandel gestanden, zu dem am 6. Juli rund 80 Automobilunternehmer aus ganz Baden-Württemberg in die Filharmonie nach Filderstadt bei Stuttgart gekommen sind. Ludger Wendeler, Vizepräsident und Fachgruppenvorsitzender Kraftfahrzeughandel des baden-württembergischen Kraftfahrzeugverbandes, ging in seinem Bericht auf die aktuelle Situation im Kraftfahrzeughandel ein, die im Jahr nach der Umweltprämie von einem starken Rückgang bei den Pkw-Neuzulassungen geprägt ist.

Eine Last, die den Automobilhandel derzeit ganz besonders drückt, ist das Verlustrisiko bei Leasing-Rückläufern. Wendeler forderte die Automobilhersteller und Leasinggesellschaften auf, „den Handel in dieser für ihn zunehmend existenzbedrohenden Situation nicht in Regen stehen zu lassen“. Ein Dauerthema für den Kraftfahrzeughandel ist die Dienstwagenbesteuerung. Hier sieht Wendeler politischen Handlungsbedarf. Die bisherige Pauschalversteuerung von 0,03 Prozent des Listenpreises pro Entfernungskilometer zwischen Wohnung und Arbeitsstätte solle wegfallen und auf die Pendlerpauschale verzichtet werden. Wendeler: „Dies dient der Steuervereinfachung und ist geeignet, das gewerbliche Neuwagengeschäft anzukurbeln.“

Dr. Harry Brambach, Präsident des Verbandes des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg, berichtete in seinem Vortrag über das neue ZDK-Geschäftsmodell, das aufzeigen soll, wie die Zusammenarbeit zwischen Herstellern und Handel gestaltet werden kann. Das System des Vertriebs von Neufahrzeugen ist in gesättigten Märkten – so auch in Deutschland – in Schieflage geraten. Die Rentabilität der Händlernetze ist in einem nicht mehr hinnehmbaren Umfang erodiert. An den Symptomen wird bereits seit Jahren laboriert. Die Dynamik der Entwicklung – verstärkt durch die Wirtschaftskrise – erfordert jedoch ein konsequentes Kurieren der Ursachen. Daher müssen die Risiken so verteilt sein, dass jede Seite – Handel und Hersteller – die Kosten trägt, die ihr originär zuzuordnen sind.

Tipps und Hinweise für die Praxis gab Patrick Kaiser vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe zum Thema Datenschutz im Kfz-Betrieb. Angesichts detaillierter und komplizierter Vorgaben wird die Vereinbarung eines guten Services für die Kunden mit den rechtlichen Vorgaben immer schwieriger. Welche Dinge ein Betrieb beachten muss und wie er rechtlich reagiert, wurde in diesem Vortrag praxisnah aufgezeigt. Ergänzend gab Patrick Kaiser einen kurzen Abriss über die neue Verbraucherkreditrichtlinie, die den Handelsbetrieben erhebliche bürokratische Lasten aufbürdet.

 Der Stellvertretende Hauptgeschäftsführer des baden-württembergischen Kraftfahrzeugverbandes Carsten Beuß gab einen Überblick über die Eckpunkte der neuen Kfz-Gruppenfreistellungsverordnung und zeigte auf, welche Konsequenzen sich hieraus für Kfz-Betriebe ergeben.

 Abgerundet wurde das Programm durch einen Überblick über aktuelle Entwicklungen im Automobilhandel sowie Schwerpunkte der Verbandsarbeit, über die Vizepräsident Ludger Wendeler berichtete.