Verband des Kraftfahrzeuggewerbes sieht Elektroautoprämie kritisch

Stuttgart. Das Kraftfahrzeuggewerbe in Baden-Württemberg „sieht die Elektroautoprämie kritisch“, erklärte dessen Präsident Dr. Harry Brambach zum Beschluss der Bundesregierung, den Kauf von Elektroautos mit 4.000 Euro und den von Hybridfahrzeugen mit 3.000 Euro zu bezuschussen. Die Kritik richtet sich vor allem gegen die Förderung einer „bestimmten Technologie“: „Wir haben für Technologieneutralität plädiert, denn wir sehen auch in andern alternativen Antriebsarten wie der Brennstoffzelle Potenzial.“ 

Außerdem setze die Förderung an der falschen Kundschaft an. „Wir haben mehrfach darauf hingewiesen, dass der Markt für Geschäftsfahrzeuge entscheidend ist. Zwei von drei Neuwagen werden von Unternehmen gekauft. Handwerker und Betriebe haben nach den bis jetzt vorliegenden Informationen nichts von der E-Auto-Förderung. Aus unserer Sicht wäre ein 50-prozentige Sonderabschreibung für Unternehmen der richtige Weg gewesen.“ Mit der jetzt beschlossenen Regelung sei die Chance vertan worden, schnell einen Gebrauchtwagenmarkt zu etablieren, da „die Firmenfahrzeuge als junge Gebrauchte auch die Privatkunden erreicht hätten“. 

In den Autohäusern werde die Prämie keine Umsatzsteigerung auslösen. „Der Kunde bekommt heute schon häufig von Herstellern eine Prämie, wenn er ein Altauto gegen einen Neuwagen eintauscht. Verkauft wird immer ein Auto. Entweder ein konventionelles oder ein elektrisch betriebenes“, sagt Dr. Harry Brambach. Er tippt aber vor allem auf mehr Hybrid-Fahrzeuge: „Das ist derzeit die Technologie, die von den Autofahrern als am alltagstauglichsten eingestuft wird.“ 

Positiv bewertet der Präsident, dass die Hängepartie rund ums Thema Förderung von Elektrofahrzeugen jetzt ein Ende gefunden hat. „Auch den Ausbau der Ladeinfrastruktur begrüßen wir. Nur so kann Elektromobilität funktionieren – auch im gewerblichen Bereich“, so Brambach abschließend.