Tarifverhandlungen 2013 werden vom Abschwung bei Autobetrieben überschattet

STUTTGART. Die Tarifgemeinschaft für Betriebe des Kraftfahrzeug- und Tankstellengewerbes Baden-Württemberg e.V.  bereitet sich auf schwierige Tarifverhandlungen im Jahr 2013 vor. Sie hat, so ihr Vorsitzender Thomas Durst bei der Mitgliederversammlung in Filderstadt, bereits die Ankündigung der IG Metall, dass die Forderung wieder auf der Höhe der letzten Tarifrunde liegen wird. Er sieht diese Zahl allerdings angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung gelassen. „Wir wissen ja bereits, dass das Autojahr 2013 schwierig wird – wie weit da solche Forderungen realistisch sind, wird die Entwicklung zeigen.“ Der Abschwung 2012 werde sich 2013 verstärken und das Werkstattgeschäft „wird für die Betriebe allenfalls zufriedenstellend sein“.  

Einer Gruppe beschert die aktuelle Entwicklung auf alle Fälle bessere Verdienstaussichten: „Angesichts des demografischen Wandels haben wir uns für einen überproportionalen Anstieg der Ausbildungsvergütungen entschieden“, sagt Thomas Durst und schätzt, dass sich angesichts der kleiner werdenden Bewerberzahl dieser Trend fortsetzen wird. Der Wettbewerb läuft schon: Die Metzger haben um 130, 150 Euro aufgestockt und „liegen damit schon auf unserem Niveau““ sagt Carsten Beuß, der Geschäftsführer der Tarifgemeinschaft: „Wir müssen schauen, dass wir den entsprechen Abstand wieder schaffen und uns etwas einfallen lassen.“ Deswegen wird das ganz sicher ein Thema für die nächste Tarifrunde sein. Bei der wirtschaftlichen Entwicklung lauteten die Voraussagen auf 0,8 oder 0,9 Prozent Wachstum. Der Spielraum sei deutlich geschrumpft und die Aussichten im Kfz-Gewerbe seien noch schlechter, der Abschwung in diesem Bereich überschatte schon jetzt die kommenden Tarifaussichten: “Wer weiß, was im Mai sein wird, der Tarifvertrag läuft ja bis April.“

Keine Frage ist es für Thomas Durst, dass die Zeiten für die Autohäuser härten werden und damit auch die Möglichkeiten für Lohnerhöhungen kleiner werden: Der Automarkt laufe dabei schlechter als die Zahlen auf den ersten Blick signalisieren, denn die Tageszulassungen über die Händler blähten ihn künstlich auf. Bis Ende des Jahres werden schätzungsweise 280.000 Fahrzeuge in dieser Form in den Markt kommen. „Wir sind bei den Neuzulassungen insgesamt jetzt bei 28 Prozent der Fahrzeuge, die auf diesem Weg zugelassen werden. Das ist zu viel.“

Angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung wird sich die Tarifrunde 2013 von der 2012 unterscheiden sagt auch Jürgen Eckhardt als Mitglied der Tarifkommission, „da konnten wir ja nicht sagen, dass 2011 nicht gut war, da jeder wusste, dass es gut war“.  Ein Thema wird seitens der Gewerkschaft die Leiharbeit sein. Eine Arbeitsgruppe wurde 2012 eingesetzt. „Die Gewerkschaft möchte einen formvollendeten Tarifvertrag. Wir haben den Entwurf der Gewerkschaft abgelehnt.“ Momentan werde überprüft, ob es tatsächlich Kfz-Betriebe gibt, die in ihrer Belegschaft eine große Zahl von Leiharbeitern haben. Davon hänge ab, ob sich die Ablehnung halten lasse. Laut Carsten Beuß sieht die Tarifgemeinschaft bei der Leiharbeit keinen Regelungsbedarf, aber eine Entwicklung, die zu beobachten sei.