Tankstellenpächter können nichts dafür, wenn die Spritpreise steigen

Benzinpreisapp und Pfingstferien - das Leben eines Tankstellenpächters ist an Tagen wie diesen nicht lustig: Je nach Marktlage ändern sich an den Kraftstoffsäulen die Preise rasend schnell. Der Tankstellenpächter hat aber nichts davon, wenn die Literpreise an seiner Tankstelle steigen: „Im Schnitt erhält ein Pächter nur einen Cent pro verkauftem Liter, egal, was auf der Anzeigetafel steht“, sagt Carsten Beuß, Hauptgeschäftsführer des Verbands des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg, der rund 500 Tankstellenunternehmer im Land vertritt. Er bittet alle Autofahrer darum, ihren Ärger über die Spritkosten nicht am Mann vor Ort auszulassen. „Ein Pächter bekommt etwa einen Cent Provision pro Liter. Davon muss er seine laufenden Kosten decken.“

Preise rauf, Preise runter – der harte Wettbewerb in der Trankstellenbranche führt zu starken täglichen Preisschwankungen, die nicht nur die Kunden irritierten, sondern auch das Geschäft der Betreiber belasteten. „Plötzlich sind die Zapfsäulen verwaist und das so wichtige Shop-Geschäft liegt am Boden – dann hat der Konzern an der Uhr gedreht und der Autofahrer die App benutzt“, beschreibt Carsten Beuß den Effekt.

„Wer dennoch hält und tankt, fühlt sich ausgenutzt und ist verärgert. Das bekommt dann das Personal zu spüren, obwohl es für die Preise nichts kann.“ Der eigentliche Hauptprofiteuer bei den Kraftstoffpreisen sei ohnehin der Staat. Er nimmt pro Liter Benzin 65 Cent und 45 Cent pro Liter Diesel an Mineralöl- und Ökosteuer. Hinzu kommt noch die Mehrwertsteuer – die Steuern werden als nochmal besteuert. Damit machen diese den Löwenanteil der Kraftstoffpreise aus.