Taktische Neuzulassungen auf alarmierendem Niveau setzen Gebrauchtwagenpreise unter Druck

STUTTGART. Der Gebrauchtwagenmarkt in Baden-Württemberg ist im letzten Monat erneut um 5,3 Prozent gewachsen. Dieses positive Fazit wird aber durch die große Zahl an Eigenzulassungen getrübt, sagt Dr. Harry Brambach, Präsident des baden-württembergischen Kraftfahrzeuggewerbes: „Die Eigenzulassungen von Herstellern und Händlern haben mittlerweile das alarmierende Niveau von 29 Prozent erreicht.  Zwei Drittel dieser Menge würden unserer Ansicht nach bei weitem genügen, um den Bedarf an Dienst- und Vorführwagen zu decken.“ Die Eigenzulassungen setzten die Gebrauchtwagenpreise und Bruttoerträge unnötig unter Druck. „Die Hersteller müssen endlich wieder nachfrageorientierter produzieren,“ so Brambach weiter. „Es kann auf Dauer keine Lösung sein, mit Tageszulassungen Fahrzeuge in einen gesättigten Markt pressen zu wollen.“

Trotz dieser Hindernisse wurde mit Ausnahme des Monats Mai bereits zum siebten Mal in Folge ein positives Ergebnis beim Gebrauchwagenabsatz erreicht. Eine Steigerung von 5,3 Prozent auf 81.696 (Vorjahr: 77.589) Pkw-Besitzumschreibungen seien vor dem Hintergrund der Ferienzeit und der insgesamt schwierigen Automobilkonjunktur ein gutes Monatsergebnis. Auch in der Zwischenbilanz sorge ein Plus von 5,4 Prozent und 636.712 Gebrauchtwagenverkäufen für Zufriedenheit.