Starkes erstes Halbjahr im Kfz-Handel

Autokäufe legten um drei Prozent zu - Benziner besonders gefragt - Erste Bilanz der Elektro-Prämie im Land

STUTTGART. Der Autohandel kann auf ein starkes erstes Halbjahr zurückblicken. Im Südwesten wurden 735.389 (Vorjahr: 713.875) Autokäufe verzeichnet. Dies sei ein Plus von drei Prozent, so Carsten Beuß, Hauptgeschäftsführer des baden-württembergischen Kfz-Gewerbes. Er zeigte sich mit der Halbjahres-Bilanz zufrieden, weil ?der Start ins Autojahr gut verlaufen ist?. 234.359 (Vorjahr: 218.132) Pkw-Neuzulassungen seien ein starkes Plus von 7,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dabei gebe es eine Bandbreite von plus zwölf Prozent bei Benzinern mit 123.169 (Vorjahreszeitraum: 109.968) Verkäufen und 2,6 Prozent bei Diesel-getriebenen Fahrzeugen. Dies entspreche 107.133 (Vorjahrjahreszeitraum: 104.429) Neuzulassungen von Selbstzündern. Die aus dem Vorjahr bekannte Tal- und Bergfahrt der Neuzulassungen sei ausgeblieben. Die Zwischenbilanz werde allerdings durch einen ?unverändert hohen Anteil von Eigenzulassungen getrübt?. Der Verband schätze das Volumen dieser Zulassungen in Baden-Württemberg auf rund 70.000.

Nach einem deutlichen Plus im Mai seien die Neuzulassungen auch im Juni erneut kräftig um 11,9 Prozent gestiegen. Vor allem die Nachfrage nach neuen Benzinern wuchs um 20,8 Prozent auf 26.239 (Vorjahr: 21.730) Verkäufe. Insgesamt weist die Juni-Bilanz 47.740 (Vorjahr: 42.664) Pkw-Neuzulassungen aus. Auch der Gebrauchtwagenmarkt zeigte eine überdurchschnittliche Dynamik mit einem Zuwachs von 4,1 Prozent. Dies waren 90.642 (Vorjahr: 87.051) Pkw-Besitzumschreibungen.

Beuß sagte zu den Absatzzahlen für den Juni, der Automobilhandel freue sich vor allem über zweistellig gestiegene private Käufe, was sich ?auch im deutlich gesteigerten Interesse an Benzinern? zeige. Die schwache Diesel-Nachfrage mit einem Plus von nur 2,3 Prozent auf 20.756 (Vorjahresmonat: 20.296) Neuzulassungen werfe jedoch Fragen auf. Möglicherweise habe die Diskussion über Fahrverbote den Absatz von Dieselfahrzeugen belastet. Vor diesem Hintergrund begrüße er das am Mittwoch bekanntgewordene vorläufige Aus für die blaue Umwelt-Plakette. Mit 153 (Vorjahr: 127) neu zugelassenen Elektro- und 523 (Vorjahr: 417) Hybrid-Pkw sei auch das Kaufinteresse in diesem Segment eher zurückhaltenden gewesen. ?Gut möglich, dass potentielle Käufer den Start der Elektro-Prämie am 2. Juli abgewartet haben?, so Beuß. Doch die ersten Länder-Zahlen zur Elektro-Kaufprämie seien schwach, wenn auch der Automarkt im Südwesten nach vier Wochen mit 357 ausbezahlten Prämien nach Bayern auf Platz zwei liege. 245 Prämien seien für reine Elektro-Fahrzeuge genehmigt worden, 112 für Hybride. Bundesweit gebe es 1.791 Elektro-Prämien, davon 1.194 für reine Stromer. Im ersten Halbjahr 2016 habe es in Baden-Württemberg 807 (Vorjahr: 744) neu zugelassene Elektro-Pkw und 2.882 (Vorjahr: 2.440) Hybrid-Pkw gegeben. Beuß sagte, man müsse jetzt abwarten, wie sich das Interesse entwickle.

Die Halbjahres-Bilanz des baden-württembergischen Kfz-Gewerbes weist den Angaben von Beuß auch Zuwächse im Motorrad- und Lkw-Markt aus. Lkw seien mit 16.615 Neuzulassungen und einem Plus von 14,8 Prozent auf die Überholspur gefahren. Beuß: ?Die aktuellen Ergebnisse und die guten Auftragseingänge bei leichten Nutzfahrzeugen lassen auf ein gutes Jahresergebnis hoffen.? Der Verkauf von Zweirädern sei um 2,7 Prozent auf 16.001 (Vorjahr: 15.579) Einheiten gestiegen.

Beim Umsatz gehe der Verband für das laufende Jahr von einem Wachstum auf gut 29 Milliarden Euro nach 28,4 Milliarden im Vorjahr aus, weil es auch im Servicegeschäft leichte Zuwächse gegeben habe. Ob sich dieser Trend jedoch auch im zweiten Halbjahr stabilisiere, könne derzeit noch nicht gesagt werden. ?460.000 neue und rund eine knappe Million gebrauchte Pkw scheinen nach der guten Zwischenbilanz aber als machbare Größe. Damit würden wir unsere Prognose vom Jahresanfang um 20.000 Neuzulassungen übertreffen?, so Beuß abschließend.

Letzte Änderung: 15.08.2016