Pkw-Nachfrage über Pendlerpauschale ankurbeln

STUTTGART. Die schwache private Nachfrage nach neuen Pkw hat den baden-württembergischen Pkw-Markt im Juli stärker als im Bundesdurchschnitt ins Minus rutschen lassen, sagt der Präsident des baden-württembergischen Kraftfahrzeuggewerbes Dr. Harry Brambach. Er fordert deshalb die Politik auf, „das Thema Pendlerpauschale und eine angepasste Erhöhung zeitnah auf die Agenda zu setzen“. Denn, so Brambach wörtlich, „durch die hohen Ausgaben für Kraftstoffe fehlt vielen Bürgern das Geld für neue Autos“. Brambach sagte, in einem Flächenland wie Baden-Württemberg mit einem hohen Anteil an Berufspendlern mache sich der erneut gestiegene Kraftstoffpreis als „automobile Konjunkturbremse“ deutlich bemerkbar. Die Pendlerpauschale zu erhöhen, sei ein gutes Mittel, die Binnennachfrage zu stärken und die Konjunktur stabil zu halten: „Mehr Kaufkraft hilft im Moment allen.“

Grundlage für diese Aussage sind die aktuellen KBA-Länderzahlen. Baden-Württemberg verzeichnet dabei mit 35.996 (Vorjahr: 38.142) Pkw-Neuzulassungen einen Rückgang um 5,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat (Bund: - 5 Prozent). Vor allem die privaten Käufer haben sich laut Verband zurückgehalten, „obwohl überall sonst der private Verbrauch noch als Konjunkturmotor wirkt“.

Mit 17.847 Verkäufen sei der Diesel gegenüber 18.908 Einheiten im Vorjahr zwar ins Minus gerutscht, bewege sich aber im Rahmen der Erwartungen. Im Geschäft mit Benzinern zeige sich dagegen im Juli eine anhaltende Schwäche mit einem Rückgang um 7,3 Prozent auf 17.602 (Vorjahr: 18.979) Pkw-Neuzulassungen.

Pkw mit alternativen Antrieben seien hingegen weiter in der Käufergunst gestiegen. So habe es 543 (Vorjahr: 254) „alternative Pkw“ gegeben. Dabei dominiere der Hybrid-Pkw immer stärker. Im Juli seien 344 (Vorjahr: 134) Hybrid-Autos neu zugelassen worden. Hinzu kämen 22 (Vorjahr: 27) Elektro-Pkw und 177 (Vorjahr: 93) gasbetriebene Autos.

Kumulativ bleibe der baden-württembergische Pkw-Markt mit 261.059 (Vorjahr: 254.371) Pkw-Neuzulassungen mit 2,6 Prozent im Plus und damit statistisch deutlich besser als der Bundesdurchschnitt mit einem leichten Minus von 0,1 Prozent.