Harry Brambach führt Kraftfahrzeuggewerbe in neuer Struktur für weitere drei Jahre

HEILBRONN. Fast einstimmig ist Dr. Harry Brambach als Präsident des Verbandes des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg bei der Delegiertenversammlung des Verbandes wiedergewählt worden. Er wird damit für weitere drei Jahre den drtttgrößten Kfz-Landesverband Deutschlands führen steht nun seit 2008 an der Spitze des Verbandes, der rund 4.350 Mitgliedsbetriebe (Autohäuser, Kfz-Meisterbetriebe, Tankstellen), mit rund 54.500 Beschäftigten rund 9.100 Auszubildenden vertritt. Diese Zahl der Ausbildenden zu halten, sieht Dr. Brambach als eine der wesentlichen Aufgaben der kommenden Jahre. Eine Weiche stellte die Versammlung dafür mit dem Beschluss, rund 1,7 Millionen Euro, die bisher die Streikkasse füllten, für Maßnahmen rund um Ausbildungswerbung und –Förderung zu verwenden. Das Geld wird über die 26 Innungen in die entsprechenden Aktionen fließen. In einem zweiten Schritt löste sich die Delegiertenversammlung selbst auf und machte damit den Weg für eine neue Struktur frei, die „effektivere Arbeit ermöglicht“ (Carsten Beuß).

Aktuell ist die Lage des Kraftfahrzeuggewerbes nicht schlecht, zog Dr. Harry Brambach die Bilanz seiner zweiten Amtszeit seit 2011, vor allem aber des Jahres 2013 und des Jahresanfangs 2014: „Die wirtschaftlichen Bedingungen sind nicht schlecht, das Werkstattgeschäft zieht an.“ Beim Blick auf die Entwicklung bei den Neuzulassungen war er dann schon wieder bei den Zukunftsthemen der nächsten Jahre: Der Markt ist stabil bei drei Millionen Neuzulassungen jährlich – aber die Zahl der Wettbewerber wächst. Die Konkurrenz im Servicebereich auch.

Die Bedeutung des Verbands wächst damit auch, sagt Harry Brambach: „Wir wollen unsere Lobbyarbeit und unsere politische Vertretung für unser Gewerbe verstärken.“ Darunter rechnet er nicht nur den Kontakt mit den Ministerien, sondern auch die Auseinandersetzung beispielsweise mit dem ADAC: „Dass der eine eigene Werkstattkette machen will, ist ein Unding.“

Ein Signal setzte die Delegiertenversammlung bei der Auflösung des bisherigen Unterstützungsfonds für Betriebe, der seit 2007 für Streiks vorgesehen war. Die insgesamt 1,7 Millionen Euro können deswegen anderweitig verwendet werden, weil die Tarifbindung inzwischen weggefallen ist und die Betriebe entweder in der Tarifgemeinschaft sind oder ihre Tarifschlüsse direkt machen.

In der Delegiertenversammlung in Heilbronn endete die Zeit der Delegiertenversammlungen: „Wir schreiben hier heute Geschichte, wenn Sie den Vorschlägen zustimmen“, beschrieb Hauptgeschäftsführer Carsten Beuß die Strukturreform: „Wir haben uns gefragt, wie können wir besser, schlanker und effizienter werden“, um die Zukunftshemen besser bearbeiten zu können. Die Antwort ist eine neue Struktur. Die Bedeutung der Innungen leidet nicht darunter, denn die Delegiertenversammlung wird durch ein Gremium abgelöst, das aus den Obermeistern gebildet wird. Deren Stimmgewicht richtet sich dabei nach der Zahl der Innungsmitglieder. Dazu wird die Feinarbeit in neuen Ausschüssen geleistet. Die Versammlung stimmte der Reform einstimmig zu.