Alkoholverkaufsverbot: 1.500 Jobs an Tankstellen weg

STUTTGART. Als in seinen positiven Wirkungen überschätzt hat der Verband des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg das nächtliche Alkoholverkaufsverbot an Tankstellen und dem sonstigen Einzelhandel bezeichnet. „Ein Blick in die Statistik der AOK zeigt, dass es bei den Alkoholvergiftungen junger Menschen trotz des Verbotes nur geringfügige Rückgänge gegeben hat“, betonte Carsten Beuß, Hauptgeschäftsführer des baden-württembergischen Kraftfahrzeug- und Tankstellengewerbes. „Dies belegt, dass insbesondere Tankstellen beim Kauf alkoholischer Getränke schon wegen des höheren Preisniveaus für die sogenannten ‚Komasäufer’ nur eine untergeordnete Rolle spielen.“ Die Auswirkungen auf die Tankstellenbranche seien wegen der Beeinträchtigung von Folgeverkäufen wie Bistroartikeln, Süßigkeiten oder alkoholfreien Getränken jedoch enorm. „Einige Tankstellen haben ihre Nachtöffnungszeiten bereits eingeschränkt, andere planen dies für das Jahr 2011 ganz konkret. Die Verfügbarkeit von Kraftstoffen in den Nachtstunden wird also spürbar abnehmen“, so Beuß weiter. Zudem seien in der Branche seit Inkrafttreten des Alkoholverkaufsverbotes schätzungsweise bereits 1.500 Arbeitsplätze verloren gegangen. Um den Verlust weiterer Arbeitsplätze und die Vernichtung von Unternehmerexistenzen zu vermeiden, fordere der Verband daher eine Rücknahme des Gesetzes.