Die Geburtsstunde der Mobilität


Wir wollen Carl Benz nichts nachreden. Aber er muss über längere Zeit als „Schwarzfahrer“ unterwegs gewesen sein. Seine erste offizielle Probefahrt mit seinem "Patent-Motorwagen", einer auf drei Rädern laufenden Kutsche, ist nämlich für den 3. Juli 1886 nachgewiesen; volle zwei Jahre vor der Ausstellung seines Führerscheins.

Keiner der Zeitzeugen, die verängstigt oder erschreckt an Mannheims Straßen standen, konnte die Folgen seiner Experimente ahnen. Was da knatternd und stinkend Pferde scheuen und Frauen die Kinder ins Haus holen ließ, war der Beginn eines neuen Zeitalters. Einer Aera, die von keiner anderen Erfindung auch nur annähernd nachhaltig geprägt werden sollte:

Die Mannheimer erlebten die Geburt des Automobils.

Was als Idee eines genialen Tüftlers begann, sollte durch die rasante Entwicklung der Technik und den unbeugsamen Willen des Menschen nach persönlicher Mobilität dem folgenden 20. Jahrhundert seinen Stempel einbrennen.
Heute, zu Beginn des dritten Jahrhunderts nach Gottlieb Daimler und Carl Benz ist ein Ende des Phänomens Automobil nicht abzusehen. Es ist einer der tragenden Pfeiler unserer Volkswirtschaft.

Das überträgt denen eine besondere Verantwortung, die mit dem Auto beruflich verbunden sind. Denen, die es weiterentwickeln und herstellen. Aber auch denen, die es vertreiben und für seine Sicherheit sorgen:

Das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe.

Der erste Führerschein der Welt

Einem Herrn Carl Benz wurde am 1.August 1888 in Mannheim der wohl erste "Führerschein" der Welt, ausgestellt:

"Dem Herrn Benz, Besitzer der Rhein'schen Gasmotorenfabrik hier, wird bis auf Weiteres die Genehmigung zu versuchweisen Fahrten mit dem von ihm hergestellten Patent-Motorwagen auf den die Gemarkung Mannheim, Sandhofen, Käferthal, Ilvesheim, Schriesheim, Ladenburg, Neckarau durchziehenden Straßen und Wegen unter dem ausdrücklichen Hinweis ertheilt, daß der Unternehmer für allen Schaden, der durch den Gebrauch des Motorwagens für andere entsteht, verantwortlich ist."